Scouter Carsharing

Login oder Registrieren

2018: Mit dem Strom schwimmen – oder voraus

In diesem Jahr können Sie sich auf zwei Veränderungen bei scouter Carsharing freuen: Es wird mehr Autos geben und vor allem mehr Elektroautos. Geschäftsführer Thomas Großnann gibt im Interview einen Ausblick auf die kommenden Monate und verrät seine Pläne für scouter Carsharing.

Herr Großnann, Sie sind bereits seit 2001 in der Geschäftsführung der einfach mobil Carsharing GmbH und von Beginn an Geschäftsführer der Sharegroup GmbH – die beiden Unternehmen, die hinter der Marke scouter Carsharing stehen. Sie haben also schon über 15 Jahre Erfahrung in der Carsharing Branche. Würden Sie sagen, dass Carsharing sich in dieser Zeit merklich verändert hat?

Auf jeden Fall! Die Entwicklung von Carsharing in den letzten zehn Jahren erkläre ich ganz gerne auf zwei Ebenen: Im Bereich der Technologie ist die Entwicklung von Free-Floating-Angeboten in den Metropolen die auffälligste Neuerung. Hier sind mehrere hundert Fahrzeuge frei und ohne feste Station im öffentlichen Straßenraum unterwegs. Investoren mit Geld aber ohne Geduld, um die aufwendige und zeitraubende Stationssuche vor Ort zu betreiben, haben die Technologie entwickelt. Aus dieser Not heraus hat sich ein zum klassischen Carsharing unterschiedliches aber doch lebensfähiges Geschäftsmodell entwickelt.

Mittlerweile übernehmen einige klassische Carsharing-Anbieter das Konzept und kombinieren es mit ihrem stationsgebundenen Angebot. So hat der Kunde alle Möglichkeiten bei einem Anbieter. Wir selbst versuchen einen dritten Weg mit unserem Quartierscarsharing. Das verbindet ebenfalls die Vorteile beider Systeme, vermeidet aber die Nachteile zuverlässig. Beim Quartierscarsharing definieren wir ein Quartier als eine kleine Free-Floating-Zone. Unsere Fahrzeuge dürfen dort überall parken, lassen sich aber anders als beim Free-Floating reservieren wie all unsere Autos. Ein tolles System für Bereiche mit wenig Parkraum und viel Carsharing-Nachfrage.

Die zweite große Veränderung ist eine gesellschaftliche: Früher waren Individualisten und "Hardcore-Ökos" typische Carsharing-Nutzer. Heute ist es nichts Besonderes mehr, Carsharing zu nutzen – ganz so, wie man für einen Städtetrip auch auf Airbnb zurückgreift, ohne dass es weiter erwähnenswert ist. Heute ist in Nürnberg unser Elektro-Zoe an mir vorbeigedüst, mit einem ziemlich stylischen Typen Mitte zwanzig drin, der fette Kopfhörer aufhatte (nicht nachmachen!). Vor Jahren hätten wir solche Leute mit unserem Angebot noch nicht erreicht. Das breite Interesse freut uns natürlich und wir arbeiten immer daran, unser Angebot für alle Kundengruppen zu optimieren.

Die Geschäftsführer Tim Pfleiderer und Thomas Großnann sprechen über die Pläne für scouter.

Sie haben große Pläne für dieses Jahr. Auf welche konkreten Veränderungen können sich Kunden von scouter Carsharing denn in den kommenden Monaten freuen?

Unsere Flottengröße wird weiter wachsen – und vor allem auch der Anteil der Elektroautos. Insgesamt planen wir, acht weitere Renault Zoe Elektro bereitzustellen. Jeweils zwei in Nürnburg, Würzburg, Kassel und Marburg. In Bonn und Gießen arbeiten wir noch daran, Partner für die Ladeinfrastruktur zu finden.

Besonders spannend für alle, die sich für Elektromobilität interessieren: Ich versuche, einen der ersten E-Go live zu ergattern, ein neuer E-Kleinwagen, der nach einem spannenden Konzept außerhalb der etablierten Autoindustrie und damit auch frei von deren Schwächen wie PS-Sucht und SUV-Drang entwickelt wurde. An diesem Auto lässt sich gut sehen, wie tiefgreifend die Elektrifizierung die Automobilbranche verändern wird.

Wieso entscheiden Sie sich gerade jetzt dazu, den elektrischen Anteil Ihrer Flotte zu erweitern? Läuft nicht die Debatte um Elektromobilität nun schon seit einigen Jahren?

Eigentlich entscheiden wir uns nicht erst jetzt für mehr Elektromobilität. Eher könnte man sagen, dass jetzt unsere früheren Entscheidungen auf der Straße sichtbar werden. Wir haben schon lange einige E-Autos in der Flotte und hatten auch schon ein großes Projekt zusammen mit der Kasseler Verkehrsgesellschaft. Das alles diente dazu, um zu lernen, was bei E-Fahrzeugen anders läuft. Vertrauen unsere Kunden Fahrzeugen mit begrenzter Reichweite? Gelingt bei Rückgabe das Anschließen an die Ladestation zuverlässig? Wie ausgereift ist die Fahrzeugtechnik und wie spielt sie mit unserer Carsharing-Technik zusammen? Inzwischen sind wir sicher, dass wir unseren Kunden und dem System mehr E-Fahrzeuge zumuten können.

Sie sprechen von der Kompatibilität zwischen Elektroautos und Carsharing. Sehen Sie nur Vorteile oder gibt es auch Schwierigkeiten beim Einsatz von Elektroautos für Carsharing-Anbieter?

Anders als herkömmliche Fahrzeuge, haben Elektroautos nur eine begrenzte Reichweite. Das ist in manchen Situationen natürlich hinderlich. Ein riesiger Vorteil ist da aber die Flottengröße und Vielfalt bei scouter Carsharing. Unsere Kunden müssen sich nicht grundsätzlich für oder gegen ein E-Auto entscheiden, sie nehmen es einfach, wenn es gut zur geplanten Fahrt passt. Für weite und lange Fahrten stehen immer auch konventionelle Autos bereit. So stehen in unseren scouter Städten Benzin- oder Diesel-Autos immer als passende Alternativen direkt um die Ecke bereit. Das ist für uns die ideale Lösung, wenn es darum geht, Elektroautos in unsere Flotte einzubinden. So können wir die aktuelle Entwicklung zu einer umweltbewussteren Mobilität weiter unterstützen und bleiben am Puls der Zeit. Gleichzeitig können wir unseren Kunden ein verlässliches Modell bieten und haben ein passendes Fahrzeug für jeden Zweck.

Mit der Nutzung unserer Dienste/Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

Datenschutzhinweise